Luitpoldhügel

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Der Luitpoldhügel nahe dem Olympiaberg

Der Luitpoldhügel und der Olympiaberg gehören zu den prägendsten, wenn auch künstlich geschaffenen Erhebungen im Münchner Stadtgebiet. Beide sind Zeugen der Nachkriegszeit, da sie aus den Trümmern der im Zweiten Weltkrieg zerbombten Stadt aufgeschüttet wurden. München lag in Trümmern und die Menge an Bauschutt war kaum vorstellbar – ganze Stadtteile waren dem Erdboden gleichgemacht. Wohin mit diesem riesigen Berg an zerstörter Materie? Der nördliche Teil des Luitpoldparks wurde zu einem der zentralen Abladeplätze der Stadt. Hier wurden über Jahre hinweg unglaubliche Mengen an Schutt abgeladen – man spricht von rund zwei Millionen Kubikmetern! Man kann sich kaum vorstellen, wie viel Arbeit und wie viele Lastwagenfahrten nötig waren, um diesen 37 Meter hohen Hügel aufzuschütten. Er ist damit ein historisches Überbleibsel, der uns heute noch vor Augen führt, wie massiv die Zerstörungen waren .

Ein Ort des Gedenkens und der stillen Einkehr

Die Erbauer des Hügels wollten nicht nur ein praktisches Problem lösen; sie wollten auch einen Ort der Erinnerung schaffen. Deshalb steht auf dem Gipfel seit 1958 ein Bronzekreuz des Künstlers Heinrich Altmann. Dieses Kreuz ist ein Mahnmal für all jene Bürger, die während der Luftangriffe auf München ihr Leben verloren. Die Botschaft, die das Kreuz trägt, ist klar und eindringlich: „Betet und gedenket all der unter den Bergen von Trümmern Verstorbenen!“ Wenn man dort oben steht, spürt man, dass diese Erde unter den Füßen die Überreste unzähliger zerstörter Leben und Häuser birgt.

Ausblick vom Luitpoldhügel über München - hinten die Alpen
Ausblick vom Luitpoldhügel über München – hinten die Alpen
Die schönste Aussichtsbank steht ganz oben am Luitpoldhügel
Die schönste Aussichtsbank steht ganz oben am Luitpoldhügel
Früher Schuttberg, heute ist der Luitpoldhügel eine große Parkanlage
Früher Schuttberg, heute ist der Luitpoldhügel eine große Parkanlage

Der Luitpoldhügel heute

Heute ist der Luitpoldhügel, zum Glück, vor allem ein Ort der Freude und Erholung. Die Mühe der Nachkriegsgeneration hat uns einen wunderschönen Aussichtspunkt geschenkt. Der Aufstieg – egal ob über die gepflasterten Wege oder die kleinen Pfade – lohnt sich. Oben angekommen genießt man einen fantastischen Rundumblick. Man sieht die moderne Stadt, die sich bis zum Horizont erstreckt: die glänzenden Türme der Innenstadt. Und an klaren Tagen, wenn der Föhn die Luft reinigt, kann man sogar die Kette der Alpen sehen – ein Kontrast zwischen der Stadt und der Natur. Besonders im Winter wird der Hügel zum Hotspot: Dann verwandelt er sich in eine der beliebtesten Rodelpisten in Schwabing. Die Abhänge sind gerade steil genug, um ordentlich Schwung zu holen, was ihn bei Familien besonders beliebt macht. An Silvester ist er einer der besten Plätze, um das Feuerwerk über München zu bestaunen. Er ist die perfekte Alternative für Silvester am Olympiaberg.

Wie kommt man zum Luitpoldhügel?

Der Luitpoldpark liegt ideal zwischen der Belgradstraße im Westen und dem Bereich um den Scheidplatz im Osten. Es gibt gut ausgebaute Wege durch den Park. Die Anfahrt mit dem eigenen PKW ist möglich, aber nicht zwingend empfehlenswert, da der Luitpoldpark mitten in einem Wohngebiet liegt. Du kommst sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Luitpoldhügel. Wenn du den Luitpoldhügel besuchen möchtest, ist die Haltestelle Scheidplatz der zentrale und bei weitem beste Anlaufpunkt. Von dort aus sind es nur wenige Gehminuten bis zum Eingang des Parks und weiter zum Fuß des Hügels. Der Scheidplatz ist ein Verkehrsknotenpunkt und mit U-Bahn, Tram und Bus erreichbar:

  • U-Bahn: Nutz die Linien U2 (Richtung Feldmoching/Messestadt Ost) oder die U3 (Richtung Moosach/Fürstenried West). Beide Linien halten direkt am Scheidplatz.
  • Tram (Straßenbahn): Die Linien Tram 12 und Tram 28 fahren den Scheidplatz ebenfalls an.
  • Bus: Auch zahlreiche Buslinien, darunter die Linien 140, 141, 142 und 144, bedienen diese Haltestelle.

Der Weg vom Scheidplatz zum Hügel: Nachdem du den U-Bahnhof oder die Haltestelle verlassen hast, folgst du einfach der Beschilderung zum Luitpoldpark. Der Spaziergang durch den Park bis zum Beginn der Anhöhe dauert nur etwa 5 Minuten. Du kannst dich dabei an der Adresse des Bamberger Hauses (Brunnerstraße 2, 80804 München) orientieren, das sich direkt am südöstlichen Parkeingang befindet und als guter Ausgangspunkt dient. Den schönsten Punkt am Hügel mit der Aussichtsbank findest du hier auf der Google Karte.

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